
Schulreife
Die Schulreife lässt sich in drei große Entwicklungsbereiche unterteilen:
- Körperliche Entwicklung
- Kann dein Kind auf einem Bein hüpfen, balancieren, einen Ball werfen und fangen?
- Kann es sich selbst anziehen, Schleifen binden, Knöpfe öffnen und schließen?
- Kann es mit der Schere einfache Formen ausschneiden und beim Ausmalen in den Umrissen bleiben?
- Entspricht seine Körpergröße dem Alter?
- Geistige Entwicklung
- Spricht dein Kind flüssig und versteht sprachliche Anweisungen?
- Kann es Liedtexte merken und kurze Geschichten nacherzählen?
- Zählt es mindestens bis zehn und kann Gegenstände nach Größe oder Form ordnen?
- Beherrscht es Spiele wie Memory oder Puzzle?
- Kann es sich längere Zeit konzentrieren, Aufgaben selbstständig beenden und entwickelt eigene Spielideen?
- Soziale und emotionale Entwicklung
- Spielt dein Kind gern in der Gruppe und knüpft leicht Kontakte?
- Kann es Regeln akzeptieren und sich in die Gemeinschaft einfügen?
- Nimmt es eigene Bedürfnisse wahr und kann diese auch äußern – oder gegebenenfalls zurückstellen?
- Geht es konstruktiv mit Konflikten und Enttäuschungen um?
- Kann es sich im vertrauten Umfeld von den Eltern lösen?
Ein Blick aus therapeutischer Sicht
In den letzten Jahren wurden viele Tests zur Feststellung der Schulreife vereinfacht. Es fällt zahlreichen Kindern schwer, Schleifen zu binden, ruhig zu sitzen oder sich lange auf etwas zu konzentrieren.
Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) liegt der Ursprung solcher Schwierigkeiten oft in einer Schwäche der „Mitte“ – also einem noch nicht vollständig ausgereiften Funktionskreis der Meridiane. Diese Entwicklung kann durch übermäßige Hilfestellungen der Eltern oder durch mangelnde Bewegung im Freien gehemmt werden.
Kinder brauchen eigene Erfahrungen auf allen Ebenen: körperliche Aktivität, Kontakt und Auseinandersetzungen mit Gleichaltrigen, kleine Misserfolge ebenso wie das Gefühl von Halt und Geborgenheit.
Was stärkt die Mitte?
Damit ein Kind die Anforderungen der Schule bewältigen kann, sollte die Mitte gestärkt werden. Aus TCM-Sicht gehören dazu Magen und Milz, in einem erweiterten Modell auch Lunge und Dickdarm. Eine gute Unterstützung umfasst:
- eine gesunde, „Mitte-stärkende“ Ernährung (z. B. Getreide, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Mais)
- ausreichend Körperkontakt
- viel Zeit für Bewegung und freies Spiel
- Klatsch- und Rhythmusspiele
- Anerkennung und das Gefühl, angenommen zu sein
So können Kinder Schritt für Schritt die nötige Stabilität entwickeln. Und die Residenz kann wachsen. Selbst wenn Schwierigkeiten auftreten, die Meridiane lassen sich nachreifen – und Schwächen können gut ausgeglichen werden.
Es lohnt sich in jedem Falle, das Kind mit Übungen und sanften Behandlungen zu begleiten und zu unterstützen.
